Es kommt nicht oft vor, das ich bei den Nachrichten Tränen in den Augen habe, aber wenn ich die CNN News höre und sehe, dann tut mir das weh. Ein Erdbeben in dieser Stärke ist schon schlimm genug in einem funktionierendem Land, dort können die Menschen aber zumindest auf schnelle Hilfe zählen und die Infrastruktur ist relativ schnell wieder hergestellt. Aber wie soll man sich das dort vorstellen? Soviel Leid. Achtzig Prozent der Haitianer leben sowieso unter der Armutsgrenze und die Regierung macht überhaupt nichts. Es gibt praktisch keine Regierung. Haiti ist komplett auf ausländische Hilfe angewiesen und die USA, die ja praktisch Nachbarn sind, reißen sich bei Gott kein Bein aus. Man könnte meinen, gewissenlose Politiker warten nur darauf, dass sich das Land von selbst auslöscht.
Und das ist erst der Anfang. Wenn der erste Schock vorbei ist, was passiert dann? Wenn achtzig Prozent der Bevölkerung in Slums leben und ihre Hütten jetzt zerstört sind, wo gehen die hin? Im Moment ist es angeblich relativ ruhig, aber wenn die Wut erstmal hochkommt? Wieviel Leid können Menschen ertragen?
Haiti scheint verflucht zu sein. Es wäre schön sagen zu können, dass jetzt wenigstens die Welt aufwacht und mehr unternimmt als oberflächliche Erste-Hilfe-Maßnahmen, aber ich glaube nicht dran. Die USA sind mit anderen Dingen beschäftigt als ihren Nachbarn zu helfen. Es lohnt sich ja nicht…
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